Lucas Görlach

„Das Thema“ – Neuer Podcast der Süddeutschen Zeitung

Podcasts sind in! Auch bei den großen Zeitungen. Nachdem Zeit Online im September mit gleich drei unterschiedlichen Formaten vorgelegt hat (und Spiegel Online ja sowieso gut dabei ist), startet jetzt auch die Süddeutsche Zeitung ihren Podcast „Das Thema„.

„Die besten Geschichten“ der SZ sollen es sein, die künftig im Podcast zu hören sind. Pro Woche soll der Fokus des Podcasts auf einem anderen Thema liegen. Los geht’s gleich mit einem echten Hammer: den Paradise-Papers. In bislang fünf Episoden spricht die Gastgeberin Laura Terberl mit Journalistinnen und Journalisten der Süddeutschen Zeitung, die an der Recherche rund um die Steuer-Betrügereien beteiligt waren. Was erst einmal positiv daherkommt: das Ganze wirkt nicht, wie ein Teaser, der dazu anregen soll, die Geschichten in Web- oder Druckausgabe zu lesen, oder sogar die Zeitung zu abonnieren.

Ihre Gastgeberin Laura Terberl taucht mit Ihnen ins Thema ein, diskutiert mit Autorinnen und Autoren über die Hintergründe und Recherchen – und eröffnet so auch einen spannenden Einblick, wie die Geschichten entstehen. SZ.de

Die Episoden stehen für sich allein und machen durchaus auch Lust darauf, mehr zu hören. Pro Folge, jede mit einer Länge von etwa 30 Minuten, wird ein spezielles Thema aus den Paradise Papers herausgepickt und in einem Ping-Pong-Spiel zwischen Gastgeberin und Gästen abgehandelt. Dazu kommen noch einige O-Ton-Einspieler mit Aufnahmen aus Pressekonferenzen, Ausschnitten aus Interviews oder kurzen, eingelesenen Ausschnitten aus den Zeitungsartikeln zum besseren Verständnis. Am Anfang jeder Folge steht ein kurzer Teaser zum Thema mit anschließender „Information unseres Partners“. Das bedeutet nichts anderes als „Zeit für Werbung“. Diese taucht insgesamt zwei mal pro Folge auf. Einmal, wie gesagt, gleich zu Beginn und einmal im letzten Drittel. Aus meiner Sicht, mit etwa 40 Sekunden Länge und selbst eingelesen von Laura Terberl, komplett angemessen und kein bisschen nervig.

„Das Thema“ werde ich mir weiter anhören. So viel sei schon gesagt. Als Nicht-SZ-Leser wird mich das Format zwar nicht zum Leser machen, aber ich bekomme immerhin in meinem Lieblingsmedium etwas von der Arbeit der Journalistinnen und Journalisten der SZ mit. Wer allerdings spannende Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht werden. Die längeren Gespräche fokussieren sich auf den Inhalt und sind stellenweise ein wenig trocken. Da helfen auch die (leider manchmal ziemlich schlechten) O-Töne wenig. Gefreut habe ich mich über die wirklich angenehm eingelesenen Artikel-Auszüge. Für mich als Medien-Interessierten ist besonders spannend zu erfahren, wie die Recherchen gelaufen sind, welche Probleme es gab und überhaupt, welche Menschen hinter solchen großen Recherchen stehen. Ich hoffe, auch die kommenden Themen sind so interessant wie die Paradise Papers.

Finden kann man alle Folgen von „Das Thema“ auf den Seiten der SZ, bei iTunes, auf Spotify, im Feed und bei SoundCloud.

Fun Fact zum Schluss: Zu den Paradise Papers gibt es auch einen Podcast von NDR und WDR.

Liebt Podcasts. Liebt Radio. Liebt Audio.

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